Zwei Objekte aus feuerverzinktem Stahlblech (170 x 150 x 240 cm und 380 x 170 x 140 cm (L x B x H)), getrocknete Disteln (bis 250 cm hoch), vier von der Decke hängende Rolltreppenhandläufe, ein S/W-Ausdruck mit Sprayfarbe
Die Installation „Dies alles, Herzchen, …“ setzt sich mit den Veränderungen des öffentlichen Raumes auseinander. Der Titel der Arbeit bezieht sich auf die Ausstellung „Dies alles, Herzchen, wird einmal dir gehören“, die 1967 in der Frankfurter Galerie Dorothea Loehr stattgefunden hat. Eine der Teilnehmerinnen war die Künstlerin Charlotte Posenenske. Die von uns geschaffenen Objekte aus gefaltetem Stahlblech verweisen auf Posenenskes Vierkantrohre der ‚Serie DW‘ von 1967, welche oft im öffentlichen Raum, unter anderem 1989 im Frankfurter Hauptbahnhof, ausgestellt wurden.
Darüber hinaus nehmen die Objekte Bezug auf die in der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs präsenten Rolltreppenabdeckungen. Diese wurden installiert um nicht mehr in Betrieb befindliche Rolltreppen vor Vandalismus zu schützen. In ihrer Abwehrfunktion versinnbildlichen sie die raumgreifenden Veränderungen des öffentlichen Raumes.
Ergänzt wird die Installation durch bis zu 2,50 Meter hohe getrocknete Silberdisteln, also Pflanzen, die für gewöhnlich auf Brachflächen beheimatet sind, und Handläufe von Rolltreppen, die vor den Wänden von der Decke hängen.
Im Zusammenspiel der heterogenen Elemente der Installation, die bewusst auf den spannungsreichen Materialkontrast der Pflanzen, der maschinell gefertigten Stahlbleche und dem Hartgummi der Handläufe eingeht, eröffnet sich eine metaphorische Lesbarkeit auf Phänomene des aktuellen öffentlichen Raumes, der durch Abgrenzungen, Brachflächen, Ausschließungen und Verfall gekennzeichnet ist.
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© Wiebke Grösch/Frank Metzger

